Wie kam also das Eis auf das Deck? Betrachten wir zunächst die Aussage von Zeugen zur Menge der Eisbrocken. Seemann William
Lucas wurde im Rahmen der Britischen Untersuchung von Mr. Rowlatt befragt (Tag 3):
Rowlatt: ”Wo haben Sie Eis auf dem Deck gesehen?Lucas: ”Auf dem Welldeck, Steuerbordseite.” Rowlatt: ”Wieviel Eis lag dort?” Lucas: ”Ich schätze, so einige Tonnen.”
Doch es gibt sehr widersprüchliche Aussagen zur Menge. So sagte der Vierte Offizier, Joseph G. Boxhall, vor dem selben Ausschuss (Tag 13):
”Ich bekam ein Stück Eis aus der Hand eines Mannes, ein kleines wannenförmiges Stück, ich würde sagen, sehr klein...Ich nahm das Stück und ging
über das Deck, um zu sehen, woher er es hatte. Ich fand ein wenig Eis auf dem Welldeck..., kleine Brocken.” Boxhall sprach also von
kleinen Brocken (”small stuff”) im Gegensatz zu ”einigen Tonnen”, wie Lucas angegeben hatte. Es gibt noch weitere vage Äußerungen von Zeugen: Seemann Edward J. Buley berichtete der Britischen Kommission (Tag
16) ebenfalls von ”einigen Tonnen”, Feuerwehrkommandant Charles Hendrickson (Tag 5) sah ”viel Eis”, Seemann Thomas Jones bezeugte gegenüber dem US-Ausschuss (Tag 7) jedoch nur ”ein wenig Eis” (”some ice”)
gesehen zu haben. Die Frage, wie denn nun das Eis auf das Deck kam, beschäftigte insbesondere die Britische Kommission. Man erhoffte sich klärende Worte vom Ausguck Reginald Lee (Tag 4): Der Attorney-General: ”Sie haben uns gesagt, Sie hätten gesehen, dass etwas Eis auf das vordere Welldeck gefallen ist?”
Lee: ”Es muss bei der Kollission von einem Überhang des Eisbergs herabgefallen sein, anders konnte es nicht gekommen sein (...)”
Attorney-General: ”Ist Ihnen aufgefallen, ob da irgend ein Überhang war?” Lee: ”Nein, ich kann nicht sagen, was da überhing; ich kann auch nichts zur Größe sagen.” |